#1  
Alt 22.01.2010, 17:31
Juergen Juergen ist offline
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Standard Frage zu Ehescheidung 1924

Hallo allerseits,

1924 wurde die Ehe einer meiner Urgrosseltern in Berlin geschieden.
Auf der Heiratsurkunde befindet sich ein entsprechender Randvermerk datiert 1924.

Korrektur:
Der gemeinsame bereits fast volljährige Sohn der Eheleute lebte zunächst weiterhin bei seiner Mutter. Alimente waren wahrscheinlich nicht mehr zu zahlen.

Über den Verbleib des Ehemanns bzw. Vaters ist mir nichts bekannt, d.h. ich weiß nicht ob
er weiterhin in Berlin lebte, nochmals heiratete und wann er verstarb.

Wie komme ich an diese Informationen?
Weiterhin interessiert mich ob 1924 bei einer Ehescheidung eine Akte angelegt wurde.
Wenn ja, könnte es sein das diese Akte noch archiviert ist?
Welches Gericht müsste ich heute anschreiben um dies zu erfahren?

Viele Grüße

Juergen

Geändert von Juergen (22.01.2010 um 18:04 Uhr)
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  #2  
Alt 24.01.2010, 11:33
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Gutesbaerchen Gutesbaerchen ist offline männlich
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Hallo Jürgen,

ich hatte ebenfalls einen Scheidungsvermerk auf zwei Heiratsurkunden, wobei die eine von 1913 und die andere von 1948 war.
Die Unterlagen befanden sich bei uns im Hauptstaatsarchiv Düsseldorf, welches für NRW zuständig ist. Anhand des Aktenzeichens konnte man mir dort die Scheidungsurkunde zusenden. Diese enthalten manchmal viele Informationen auch über die Kinder der Eheleute, was dich dann weiterbringen könnte. Welches Archiv für Berlin zuständig ist, kann ich dir leider nicht sagen, aber ruf doch mal im Gericht an und frag wohin die Akten gesendet wurden bzw. welches Archiv zuständig ist.

Stefan
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  #3  
Alt 24.01.2010, 12:20
Merle Merle ist offline
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Hallo Jürgen,

anhand der Heiratsurkunde müßtest Du sehen können, wann und wo der Ehemann geboren wurde. Auf seiner Geburtsurkunde ist normalerweise (es gibt leider Ausnahmen) ein Vermerk über Sterbedatum und -ort.

Gruß
merle
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  #4  
Alt 24.01.2010, 14:49
Juergen Juergen ist offline
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Hallo Merle, hallo Stefan,

wann und wo der Ehemann geboren wurde, ist auf der Heiratsurkunde natürlich vermerkt.

Er stammte aus Stargard in Pommern. Aus Stargard ist sehr viel an Kirchenbüchern und Standesamtsunterlagen während des Krieges vernichtet worden.

Die Geburtsurkunde von dem Ehemann habe ich sowie so nicht, die hat er sicher nach der Scheidung mitgenommen.

In den alten Adressbüchern Berlins steht er nach 1924 nicht mehr.
Die alte historische Einwohnermeldekartei Berlins ist auch vernichtet worden. Was das Landesarchiv davon jetzt noch hat, ist ein Fragment. Mich würde mal interessieren, ob jemand von Euch, bei einer Anfrage bezüglich dieser historische Einwohnermeldekartei Berlins, etwas Brauchbares erhalten hat. Ich bekam immer nur kostenpflichtige Absagen. Soviel dazu.

Gerichte gibt es ja viele in Berlin (Amtsgerichte für jeden Stadtbezirk usw.)
Klar ich werde mich mal "durch telefonieren".
Mich interessiert auch, was in so einer Scheidungsakte damals vermerkt wurde.

Wo der Ehemann verblieben ist, werde ich aus dieser Akte allerdings auch nicht erfahren.

Viele Grüße

Juergen
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  #5  
Alt 24.01.2010, 15:23
Merle Merle ist offline
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Hallo Juergen,

gibt es in dem Randvermerk zur Scheidung auf der Heiratsurkunde nur das Datum oder vielleicht noch eine Nummer oder ähnliches? Daran läßt sich möglicherweise schneller das zuständige Amtsgericht herausfinden. Wenn die Akten aus der Zeit noch vorhanden sind, dann tippe ich mal, daß sie im Berliner Landesarchiv (bin mir aber nicht so sicher) wären. Vielleicht kann einer der Berlin-Experten mal was dazu sagen. Ich glaube nicht, daß sie sich noch beim Amtsgericht befinden.

In Düsseldorf wurde nicht der ganze Vorgang archiviert, sondern nur das Scheidungsurteil. Aber das ist schon sehr interessant, weil es damals immer um die Schuldfrage ging. Man brauchte schon gewichtige Gründe, um sich scheiden zu lassen.

Ich dachte, Du könntest Dir die Geburtsurkunde des Ehemannes besorgen und dort anhand der Randvermerke sehen, ob er noch einmal geheiratet hat und wann er gestorben ist. Aber vermutlich gibt es die Akten aus Stargard nicht mehr. Auf der Heiratsurkunde des Sohnes ist nichts über den Vater vermerkt, oder?

Mit den Meldekarten muß ich Dir rechtgeben. Ich habe zwar noch keine angefordert, aber ich habe auch noch nie gehört, daß jemand da mal Erfolg hatte.

Gruß
merle
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  #6  
Alt 24.01.2010, 15:26
Friedhard Pfeiffer Friedhard Pfeiffer ist offline
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Vom Standesamt Stargard sind nur die Jahgänge 1914-1919 erhalten. Die ev. Taufbücher der Heiliggeistkirche sind [hier:] 1876 bis 1911 und von St. Marien von 1892 bis 1902 im Staatsarchiv Stettin vorliegend.
Mit freundlichen Grüßen
Friedhard Pfeiffer
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  #7  
Alt 24.01.2010, 16:31
Juergen Juergen ist offline
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Leider ist der Stempel nicht vollständig lesbar, da wahrscheinlich zu wenig Tinte am Stempel war.

Wurde am 30 ten Mai 1924
Durch das am 5 ten Mai 1924
rechtskräftig gewordene Urteil des
(unlesbar) III Berlin ....
..... geschieden worden.
Der Standesbeamte.

Also irgend ein Gericht III in Berlin war damals zuständig.
Wahrscheinlich das zuständige Gericht, welches für den Wohnort zuständig war. Den Wohnort der Eheleute vor der Scheidung kenne ich. Dann werde ich telefonisch nachfragen.

Die Heiratsurkunde des Sohnes kenne ich nur in Form des Familienbuchs, darin sind keine Angaben zum Verbleib des Vaters enthalten.

Übrigens wurden 1923 in Berlin 6701 Ehen geschieden.
1924 wurden in der Stadt Berlin 7372 Ehen rechtskräftig geschieden.


Das kann man im Statistisches Jahrbuch für das Deutsche Reich nachlesen unter:
http://www.digizeitschriften.de/main.../?IDDOC=532168

Herr Pfeiffer, vielen Dank für die Informationen.

Ich hatte bei dem Staatsarchiv Stettin schon einmal ohne Erfolg angefragt. Wobei ich damals hauptsächlich an einer Heiratsurkunde oder Meldekartei vor 1877 interessiert war.

Juergen

Geändert von Juergen (24.01.2010 um 16:45 Uhr)
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  #8  
Alt 25.01.2010, 19:40
Gerda Gerda ist offline weiblich
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Hallo Jürgen,

Zitat:
1924 wurde die Ehe einer meiner Urgrosseltern in Berlin geschieden.
Auf der Heiratsurkunde befindet sich ein entsprechender Randvermerk datiert 1924
Lässt sich aus dem Randvermerk das Aktenzeichen des Gerichts ablesen? Wenn ja, wie lautet es? Es müsste mit der Hand geschrieben sein.

Zitat:
Über den Verbleib des Ehemanns bzw. Vaters ist mir nichts bekannt, d.h. ich weiß nicht ob er weiterhin in Berlin lebte, nochmals heiratete und wann er verstarb..
Wird vermutlich schwer bis unmöglich sein, etwas über seinen Verbleib nach der Scheidung herauszufinden, da die Einwohnermeldekartei von Berlin fast völlig vernichtet ist.

Zitat:
Weiterhin interessiert mich ob 1924 bei einer Ehescheidung eine Akte angelegt wurde..
Natürlich wurde eine Akte angelegt und zwar beim zuständigen Landgericht.

Zitat:
Wenn ja, könnte es sein das diese Akte noch archiviert ist
Die gesamte Akte mit ziemlicher Sicherheit nicht. Wenn noch etwas archiviert ist, dann das Scheidungsurteil.

Zitat:
,Welches Gericht müsste ich heute anschreiben um dies zu erfahren?
Kein Gericht, sondern das zuständige Landesarchiv. Dazu ist es sinnvoll, das Aktenzeichen zu kennen.


Ehen wurden seinerzeit vor dem Landgericht geschieden. In Berlin gab es das Landgericht I (für die Stadt Berlin) und Landgericht II für Orte um(?) Berlin.
Siehe: http://www.verwaltungsgeschichte.de/olg_berlin.html


Aufbewahrungsfristen für Scheidungsurteile: 30 Jahre nach Rechtskraft beim zuständigen Gericht. Danach werden die Akten dem Archiv angeboten. Lehnt das Archiv ab oder übernimmt es nur einzelne Akten, wird der Rest entsorgt. So ist es heute und früher war es sicher nicht anders. Die Archive würden ja schier platzen vor lauter Gerichtsakten.

Viele Grüße
Gerda
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  #9  
Alt 25.01.2010, 19:57
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Fronja Fronja ist offline weiblich
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Ich habe einen ähnlichen Fall. Meine Urgroßeltern wurden 1921 geschieden. Ich habe das Datum, das Gericht, aber kein Aktenzeichen. Habe dort im zuständigen Archiv nach dem Namen und dem Datum suchen lassen, aber leider wurde die Akte nicht aufbewahrt.

Wohin er danach vielleicht verzogen ist, kann man beim Einwohnermeldeamt erfragen. Aber dann nach einer erweiterten Meldeauskunft. Da steht dann meist auch, ob und wann er verzogen ist und wohin und auch, Auskunft von Eheleuten und Kindern. Zumindest war es bei mir so. Dadurch habe ich erfahren, das mein Opa zwei Mal verheiratet war.

LG
Steffi
__________________
Bickhard(t), Rühl - Simmershausen
Jantzen, Jentz, Grabow, Zeisi(n)g - Kröpelin, Dorf Glashagen, Grevesmühlen, Grebbin, Wismar
Badzinski, Gellerich - Hannover
Badzinski, Heiermann, Schafstein, Hö(oe)v(f)ener - Castrop-Rauxel, Herne und Umgebung
Badzinski, Trojan - Kr. Sensburg
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  #10  
Alt 25.01.2010, 20:09
Dorothea Dorothea ist offline weiblich
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Hallo Juergen,
Deine Frage sehe ich jetzt erst. Zufälligerweise war es bei mir einer meiner Großväter, dessen 1. Ehe ebenfalls in Berlin geschieden wurde. Das Urteil war vom Dez. 1924, rechtskräftig 1925. Obwohl diese 1. Ehe 1904 in Wittenberge, West-Prignitz, geschlossen wurde, wurde sie in Berlin geschieden. Ich denke, dass das Scheidungsbegehren durch meinen Großvater in Berlin eingereicht wurde, weil er inzwischen wieder dort lebte und die Ehe deshalb dort geschieden wurde. Mich hätte aus diversen Gründen auch sehr das ganze Scheidungsurteil interessiert, aber dies zu erlangen, damit hatte ich kein Glück. Mir wurde jedenfalls gesagt, 30 Jahre müssen sie dgl. nur aufbewahren, da gäbe es nun nichts mehr. Im Fall meines Vorfahren war es die 17. Zivilkammer des Landgerichts I.
Zu der alten Einwohnermeldekartei haben wir uns hier auch schon vielfach ausgetauscht: Ja, selbige ist extrem lückenhaft, vgl. auch auf der homepage des Landesarchivs Berlin die Hinweise hierzu. Zu Deiner anderen Frage nach weiteren Akten, falls Du das noch nicht kennst, schau mal da rein: http://forum.ahnenforschung.net/show...ht=Sammelakten
(Begriffe: Familienregister, Heiratseinträge, Sammelakten)

Viel Erfolg weiterhin! Grüße Dorothea -
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Es sind die Lebenden, die den Toten die Augen schließen. Es sind die Toten, die den Lebenden die Augen öffnen.
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