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  #11  
Alt 01.02.2010, 14:58
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Standard hültzern Pferd

Von Marlies:

1669 wurde in Marburg ein Komödiant erstochen. Ein angeblich Beiteiligter wurde mit dem "hültzern Pferd" bestraft. 5 Tage sollte er täglich 4 Stunden darauf reiten.

Mit was wurde dieser Mann gestraft?

Von Irmgard:

er wurde rittlings auf einen Balken gebunden (einen Bock) - äusserst schmerzhaft und führte nicht selten zum Kollaps, weil der Kreislauf zusammenbricht.

Von Sascha Ziegler:

Das hört sich aber in der Tat grausam an. Dabei komme ich in Gedanken zu den Foltermethoden im Mittelalter. Ich habe mal gegoogelt und diese Seite in der Wikipedia gefunden, liest sich schon sehr interessant:
http://de.wikipedia.org/wiki/Folter
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"Bärgaf gait lichte, bärgop gait richte."

(Friedrich Wilhelm Grimme, Sauerländer Mundartdichter)
  #12  
Alt 01.02.2010, 15:01
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Standard in trockenen Tüchern

Von Marlies:

was es bedeutet, etwas in "trockenen Tüchern" zu haben, dürfte wohl klar sein, aber woher kommt diese Redewendung?

Von Klaus B.:

In meiner Tageszeitung werden immer wieder alte Sprüchwörter bearbeitet, und eine Begründung definiert. dabei war auch über den Spruch "alles in trockene Tücher gebracht", bearbeitet worden.
Vielleicht ist dies eine Beantwortung zu Deiner Frage .

Wo immer etwas gesichert, erreicht oder erfolgreich abgeschlossen wurde, wird es in trockene Tücher gelegt. Von Verhandlungsführern ebenso wie von Berichterstattern. Kommen erst die Tücher und dann die eigenen Schäfchen ins Trockene? Oder gibt es etwas zu verbergen? „Die Vorsicht deckt mit dunklen Tüchern die Spuren ihrer Fügung zu“, ist schließlich schon bei Gottsched nachzulesen.

Es überwiegen aber unverdächtigere Erklärungsansätze. Laut Duden könnten Menschen am Ursprung der Redensart gestanden haben, die nach Wetterunbilden durch trockene Tücher vor Gesundheitsschäden bewahrt wurden. Aber auch die Käseproduktion, in der Molke durch Stoff gesiebt wird, und Kleinkinder, die trocken gelegt werden.

Vielleicht sogar Babys. Eine Hebamme sagt, dass sie Neugeborene möglichst schnell in trockene Tücher bringt: „Die ungünstigste Voraussetzung für einen Säugling, der in die Kälte geboren wird, ist selbst kalt zu werden.“ Deshalb der Körperkontakt zur Mutter – und die Tücher. Wer sieht eigene Vorhaben nicht gerne als sein Kind an. So gesehen bringt er sie zurecht in trockene Tücher. Nur schief wickeln darf er die nicht.

Und nochmal Marlies:

der Ursprung ist nicht festzunageln: 2 von Deinen Möglichkeiten sind die wahrscheinlichsten: einmal der "Käse" und zum anderen die "Babys"

Es war eine der kniffligsten Fragen für den Rundfunk, sie haben 5 Tage gebraucht, um dann doch nichts konkretes sagen zu können.
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  #13  
Alt 01.02.2010, 15:03
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Standard medicus equiarius

Von Marlies:

welchen Beruf hatte ein medicus equiarius?

Von Friedhard Pfeiffer:

Der Beruf wird wohl ein auf Pferde (equus, equi) spezialisierter Tierarzt sein.

Von Marlies:

Dankeschön!! Als solcher konnte man ja auch mit den kriegsführenden Armeen mitziehen, ich habe also einen neuen Ansatzpunkt.
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  #14  
Alt 02.02.2010, 11:45
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Standard übers Kreuz heiraten

Von Marlies:

was bedeutet "übers kreuz" heiraten?

........ er heiratete in 1.Ehe mit seiner Schwester "übers Kreuz" und in 2. Ehe die verwitwete Mutter seiner Schwiegertochter

Von sgp1977:

Kreuz-Heirat

Ein sehr altes, weitverbreitetes Heiratsmuster, eine Variante der Brüder-Schwestern-Gruppenehe, ist die Sippen-Wechselheirat, bei der stets zwei bestimmte, gleichbleibende Sippen sich verbinden.

Es heiraten also seit Generationen Gruppen von Cousinen und Cousins. Der Onkel mütterlicherseits, der der Ratgeber der Braut ist, ist daher der Vater der Bräutigame.
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  #15  
Alt 02.02.2010, 11:48
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Standard Sargregister

Von Marlies:

ein lieber Kollege hat mir vor ein paar Wochen etwas von einem Sargregister geschrieben (aus dem Norden Deutschlands) ich hab zu dem Zeitpunkt zum ersten mal etwas davon gehört: (ich hoffe, der Kollege ist nicht böse, dass ich das hier zur Sprache bringe)

(Zitat) In..... beginnen die Sterbregister erst 1765 und jeder, der in..... verstarb, musste sich in einem Sarg der ..... beerdigen lassen, sodass man teilweise die Namen der Toten, teilweise den Auftraggeber hat. Die Register fangen schon teilweise Ende 17 Jahrhundert an.

Ich habe von anderen Gegenden noch nie etwas von einem Sargregister mitbekommen. Gab es so etwas nicht nur im Norden?

Von Benny:

Diese Art der Register gibt es meines Wissens auch nur hier in Emden, da die Sargschreinerei der Gasthauskirche damals mit dem Privileg ausgestattet war, Särge für alle in Emden verstorbene Leute zu fertigen.

Die Register sind deshalb unheimlich interessant, da sie nicht nur die Person oder den Auftragsgeber nennen (man kann das nicht unterscheiden!), sondern sie geben noch, wo derjenige gewohnt hat, und in welche "Kiste" er gesteckt wurde. Die Art der Kiste gibt an, wie gut die Familie situiert war.

Wenn sich solchartige Register noch wo anders finden lassen, interessiert mich das auch!
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  #16  
Alt 02.02.2010, 11:59
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Standard Sartor vicinus

Von Marlies:

was bitte macht(e) ein Sartor vicinus (Lesefehler ausgechlossen, es steht sehr deutlich auf der Urkunde von 1817)

Sponsae Pater et J. Georgius Dorschel, Sartor vicinus

Von Friedhard Pfeiffer:

sartor, -oris = Ausbesserer, Flicker, Flickschneider
vincinus, -a, -um = benachbart, in der Nachbarschaft wohnend, - befindlich, nahe
Es handelt sich also um einen in der Nachbarschaft wohnenden Flickschneider

Von Marlies:

Mich hat mein Langenscheidtsches Wörterbuch verwirrt: dort steht unter Sartor: Heger und Pfleger, ich habs nicht umgemünzt auf Ausbessern, Flicken, was hegen und pflegen ja im weitesten Sinn auch bedeuten kann.

Von Friedhard Pfeiffer:

das Langenscheidt-Lexikon gibt nur teilweise Auskunft: sartor, -oris von sarrio, sarrivi, sarritum (die Erde, Saat) behacken ist eine angeführte Varaiante. sartor, -oris von sarcio, sarsi, sartum flicken, ausbessern ist die andere Variante. Ich beziehe mein "Wissen" aus dem zweibändigen Georges, 1885.

Von Marlies:

gewundert hab ich mich schon über den Sartor im Langenscheidt, ich kenne den Sartor nämlich auch als Schneider, man soll sich also nicht "vom althergebrachten" abbringen lassen. Da werd ich wohl den Langenscheidt mal ins unterste Eck verbannen.
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  #17  
Alt 02.02.2010, 12:02
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Standard Ratsverwandter

Von Rübezahl:

Ich bin bei meinen Vorfahren auf den Begriff Ratsverwandter gestoßen und weiß damit nichts anzufangen. Sicher werde ich hier geholfen...;-)

Von Christian Benz:

Ratsverwandter -> Ratsbürger. (Bürger, die Mitglied eines Stadt- oder Marktrates sind.)

Quelle und Buchempfehlung: Riepl: Wörterbuch zur Familien- und Heimatforschung in Bayern und Österreich.
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  #18  
Alt 02.02.2010, 16:47
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Standard Hauswirthin

Von Marlies:

auf der Sterbeurkunde meiner Vorfahrin aus Dürwiß (Reg.-Bezirk Aachen) Anna Helena Klinkenberg geborene Hellmanns steht: Standes: Hauswirthin.
War sie Hausfrau? Hausbesitzerin?

Von gudrun:

es könnte auch die Ehefrau gewesen sein.
Habe gerade gegoogelt.

Von Marlies:

Anna Helena war zum Zeitpunkt ihres Todes Wittwe des Jakobi Klinkenberg.
Falls es Hausbesitzerin bedeutet, könnte ich nach Unterlagen suchen.

Von gudrun:

das könnte natürlich sein, daß der Mann Hausbesitz hatte und damit dann auch seine Witwe. Vielleicht findest Du ja etwas im Grundbuch oder einen Übergabe- oder Erbvertrag oder eine Nachlaßsache.
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  #19  
Alt 02.02.2010, 16:51
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Standard tyrolensis

Von patrickgrothe:

bei einem meiner vorfahren steht folgendes:
Johann Georg Fing *1657 ex Grumbach comitatus tyrolensis
ich hatte leider nie latein, würde es aber folgendermaßen zu übersetzen versuchen:
Johann Georg Fing *1657 aus Grumbach im Gefolge der Tiroler?
Kann mir vielleicht jemand damit weiterhelfen?
Es gibt ein Grumbach bei Kusel nahe dem Saarland und eins in Sachsen, darüber hinaus habe ich kein weiteres gefunden.

Von Udo Wilhelm:

Comitatus =1Geleit 2 Grafschaft
Comitatus = begleitet von
Tyrolensis = Tirol(er)

Grumbach - Wilsdruff
Grumbach - Wurzbach
Grumbach - Callenberg
Grumbach - Jöhstadt
Mümling-Grumbach - Höchst i Odw
Grumbach - Schmalkalden
Grumbach - Breitungen Werra
Grumbach - Bad Langensalza
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  #20  
Alt 02.02.2010, 16:54
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Standard Geschirrhalter

Von desert_rose:

heute melde ich mich auch mal wieder zu Wort.
Durch einen glücklichen Zufall bin ich auf einen mir entfernten Verwandten in Fritzlar gestoßen.
Der schickte mir Auszüge aus einem Buch, das von einem unserer Ahnen geschrieben wurde.
Nun steht dort leider eine Berufsbezeichnung die ich nicht einordnen kann. Vielleicht weiß es ja jemand von Euch.
Johannes Reukauf, Geschirrhalter, Ackermann (zwölfter Eichmeister)
* 03.12.1751
+ 11.10.1832
Was ist bitte ein Geschirrhalter?

Von Meyerhans:

Ein Geschirrhalter ist einer der mehrere Pferdegeschirre besitzt.
Also Wagen, Pferde, (angeschirrt) Kutscher. Man könnte sagen Spediteur.
Nebenbei war der Mann auch noch Landwirt. Das Futter für die Pferde musste ja auch irgendwo herkommen.
Also keiner der seiner Frau das Geschirr hinhält zum spülen. (haha)
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