#11  
Alt 23.02.2013, 00:01
Benutzerbild von Brigitte Bernstein
Brigitte Bernstein Brigitte Bernstein ist offline weiblich
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Hallo
Kann es sich um eine Filialkirche handeln ? Das gibt es in meinem Gebiet auch öfters. Kleinere Orte hatten keinen eigenen Pfarrer sondern waren einer größeren Kirche untergeordnet. Das bedeutet, dass der Pfarrer nicht immer zugegen war. Zum Beispiel die Kirchen von Schatzlar, Nachod und Trautenau waren die Hauptkirchen. Die kleinen Orte hatten zwar kleine Kirchen aber die Messe wurde von einem Vikar oder anderen Vertreter des Pfarrers gehalten. Der Pfarrer kam für einige Wochen in den Ort, taufte die Babys, segnete die Gräber, traute die Brautpaare und schrieb die Matrikel dann ging er in den nächsten Ort. Die Kirche von Alt Rognitz wurde erst 1858 selbstständig Die Kirche von Deutsch Prausnitz 1827, Parschnitz so gar erst 1903. Die Veretreter des Pfarrers waren nur für die Taufen zuständig damit ein Kind nicht ungetauft verstarb.
Schöne grüße Brigitte
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  #12  
Alt 23.02.2013, 01:05
Asphaltblume Asphaltblume ist offline
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Filialkirchen kenne ich auch, der Gedanke ist nicht schlecht. Allerdings erklärt das auch noch nicht so ganz, weshalb da an einem Tag sechs Trauungen stattfinden, wenn es sonst maximal zwei sind.
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  #13  
Alt 23.02.2013, 02:51
gustl gustl ist offline
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Hallo,

das kann wirklich Zufall sein, denn damals wurden Trauungen - sowohl in evangelischen als auch in katholischen Gemeinden im gewöhnlichen Gottesdienst "abgehandelt". Nur in fürstlichen Häusern, in denen es auch eigene Kapellen gab, gab es auch besondere Trauhandlungen, d.h. einen Extra-Gottesdienst wegen des zu trauenden Paares. Man kann sich das heute gar nicht mehr vorstellen, dass der Gottesdienst das Wichtige war und man darin die geistlichen Handlungen vornahm. Die kirchliche Trauung ist auch heute kein besonderer Akt, sondern eine Segnung des Brautpaares, weiter nichts. In ländlichen Gegenden wurde entweder vor der ersten Heuernte, die ich für mich so Mitte Juni datiere, oder nach der allgemeinen Ernte, also im September geheiratet.

In unseren heutigen Zeiten kann man sich das kaum vorstellen, dass die Ehe in erster Linie ein Vertrag zwischen zwei Familien oder Clans war. Die Idee der Liebesheirat entstand im 18./19. Jahrhundert. Dass man heiratet, wen man will, das gab in der großen Masse der Bevölkerung eigentlich bei uns erst nach dem 2. WK.

Vielleicht war das Wetter in dem Jahr so komisch, dass es diesen Stau vor dem Trau-Altar gegeben hat.

Beste Grüße
Cornelia
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  #14  
Alt 23.02.2013, 11:25
Benutzerbild von Brigitte Bernstein
Brigitte Bernstein Brigitte Bernstein ist offline weiblich
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Hallo
Im Riesengebige wurden 90% aller Ehen in Winter geschlossen. Da dort schon Mitte November Schnee lag also von November bis März / April. In den anderen Jahreszeiten mussten sich die Menschen um die Landwirtschaft kümmern. Nicht selten wurde in diesen Jahreszeiten eine Eheschließung von den Obrigkeiten regelrecht verboten. Erst um 1900 durften sie den Zeitpunkt ihrer Hochzeit selber bestimmen. Daher ist das mit der Witterung garnicht so unmöglich. Vielleicht wurden starke Schneefälle erwartet. Immerhin waren Deine Hochzeiten auch im November.
Schöne Grüße Brigitte
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  #15  
Alt 23.02.2013, 12:46
Benutzerbild von Katze58
Katze58 Katze58 ist offline
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Hallo zusammen!

Vor Auswanderungen in die USA wurden wohl in manchen Gemeinden Mehrfachhochzeiten vorgenommen, weil es ja sein musste. Ein Familienforscher hat mir erzählt, dass eine Kirche in Dortmund auch solche Hochzeiten vorgenommen hat, wenn vom Land in den Bergbau abgewandert wurde.
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LG - Petra -


Das Chaos sei willkommen -
die Ordnung hat versagt !

Mein toter Punkt: Christopherus Wieners und Eva Catharina Melchers erstmals im Lichtenauer KB (Paderborn) 1760 genannt. Woher stammt das Ehepaar????
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  #16  
Alt 24.02.2013, 21:40
Franzine123 Franzine123 ist offline
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Zitat:
Zitat von franz ferdinand Beitrag anzeigen
Das bezweifle ich. Soweit ich weiß ist der Wortgottesdienst als eigene, selbständige Gottesdienstform erst seit dem 2. Vatikanum gebräuchlich.

Danke für den Hinweis, Franz Ferdinand,

das hätte ich so nicht gewusst. Nun bin ich wieder ein bisschen schlauer geworden.

Liebe Grüße

Franzine123
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Forsche nach Ahnen im nördlichen Osnabrücker Land (Rieste, Thiene, Alfhausen, Ankum, Neuenkirchen in Oldenburg und weitere Orte)
und im Umkreis Vechta (Lohne, Kroge, Krimpenfort, Oythe u. mehr)
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