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  #31  
Alt 07.05.2017, 12:15
Benutzerbild von Tunnelratte
Tunnelratte Tunnelratte ist offline männlich
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Wie habt Ihr gelernt die alte deutsche Schrft zu lesen,
tja, ich möchte mich da Fragen, wie ich es verlernen konnte

Die erste berührung war in der Grundschule, da lernten wir im Deutschunterricht Sütterlin zu lesen und schreiben. Wir lasen da die Briefe von Jörn Jakob Swen, dem Amerikafahrer. Der Lehrer war serh daran interessiert uns die Geschichte unseres Heiatortes nahezuringen, dazu gehörte auch Sütterlin, auch wen der Jörn jakob nun wirklich kein Württemberger war ;-)

Achja, der Lehrer ist übrigens der Bruder meines Vaters, alos mein Onkel

Später dann kamen mir die erworbenen Lesekenntnisse dan in der Berufsausbildung zugute. Ein drimonatiges Vorpraktikum vor dem Studium absolvierte ich auf dem Vermessungsamt, und damals musste man noch oft in den alten Katasterunterlagen nachschlagen, da es noch nicht flächendecken Koordinaten gab.
In meien beiden Praxissemestern hatte ich auch sehr oft Erhebungen auf Vermessungsämtern zu machen, dadurch kam ich immer besser mit der alten Schrift zurecht.
Leider habe ich schon seit anderthalb Jahrzehnten nicht mehr in die alten Unterlagen gesehen, da ich beruflich einfach ganz andere Bereiche bearbeite, nix merh Kataster.

Und dadurch habe ich es verlernt , flüssig zu lesen. Manche Worte sind ja eher leicht, aber oft scheitere ich auch. Ich habe mir ein Lese und Schreiblernheftche besorgt, liegt seit zwei jahren auf meinem Schreibtisch, der neue US-Kollege konnte es nicht fassen, dass das deutsch sein soll. " thats arabic"
Zumindest gelang es mir den Buchtitel fehlerfrei vorzulesen, das hat ihn beeindruckt ;-)

PS: ich bin Jahrgang 1974
__________________
wenn man den Nachbarshund zum angeln mitnimmt, ist wenigstens die Köterfrage geklärt

Geändert von Tunnelratte (07.05.2017 um 12:43 Uhr)
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  #32  
Alt 07.05.2017, 13:18
Benutzerbild von Karl Heinz Jochim
Karl Heinz Jochim Karl Heinz Jochim ist offline männlich
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Hallo zusammen,
ich hatte eine gute Lehrerin: Meine Mutter, geboren 1908. Sie war später Kontoristin; sie hat nicht geschrieben, sie hat die Deutsche Schrift regelrecht "gemalt". Außerdem habe ich 1954 im 1. Schuljahr die Deutsche Schrift noch als Schönschrift erlernt.
Da ich schon vor über 50 Jahren mit der Familienforschung anfing und die alten Unterlagen von Oma, Opa, Tante und Onkel erhielt, musste ich meine Kenntnisse sehr früh wieder auffrischen und erweitern. Damals durfte ich in den Gemeindeämtern oft noch in die Original-Kirchenbücher schauen und Pfarrer und Mitarbeiter zwecks Hilfe ansprechen (oft genug konnten es die aber auch nicht besser ;-)
Der "Rest" ist learning by doing und ständiges überprüfen, nachlesen und vergleichen.
Doch ich komme auch oft an meine Grenzen, wenn es an Unterlagen vor 1600 geht oder wenn der jeweilige Pfarrer eine "Sauklaue" hatte :-(
Habe auch schon Freunde in der Deutschen Schrift "unterrichtet"; zumindest das Lesen - und darum geht es ja überwiegend - konnten meine Schüler in wenigen Stunden, denn das ist nun wirklich nicht schwer. "Nur Mut" kann ich da nur sagen und viel Spaß.
Liebe Grüße
Karl Heinz
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  #33  
Alt 07.05.2017, 14:14
Ahrweiler Ahrweiler ist offline männlich
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Hallo zusammen
Ich lernte diese Schrift noch unter dem "Titel------------->Schönschreiben" in der Hauptschule.Im Büro habe ich diese Kenntnisse dann einsetzen können,weil ja das eine oder andere mal Briefe "übersetzte"in dem ältere Menschen Fragen hatten oder etwas brauchten.Die "Jungen"konnten es ja nicht lesen weil sie es nicht gelernt haben.Ich hab einmal mit einem Pfarrer gesprochen und er sagte mir ,dass er es auch nur lesen kann weil er es sich selbst beigebracht hat.Beim Studium ist das kein Lehrfach.
Liebe Grüße
Franz Josef
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  #34  
Alt 07.05.2017, 21:50
Benutzerbild von U Michel
U Michel U Michel ist offline weiblich
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GUten Abend,
ich bin Jahrgang 1958, vielleicht für den einen "noch jung" oder für den anderen "schon alt". Die alten Schriften zu lesen habe ich eigentlich von meinem Vater gelernt:

Mein Vater erlernte zunächst "Anstreicher" (Maler) nach dem Krieg, konnte sich innerhalb der damaligen DDR-Möglichkeiten zu einem Schriftmaler bzw. Grafiker entwickeln. Später hatte er auch grafische Schriften selbst entworfen, und so ganz nebenbei lernte ich natürlich die Schriften auch kennen und lesen. Damals hat Vater noch alle Urkunden, Diplome, Auszeichnungsvorlagen ....handgeschrieben mit Pinsel und Feder. Die Vorlagen der Schriften lagen immer auf seinem Schreibtisch. Er besaß alte Briefe, alte Handschriften aus verschiedenen Jahrhunderten, mit denen wir als Kinder groß wurden.
Auch das Lesen alter Bücher, Chroniken, Kirchennachrichten, Kirchendokumente, usw. hat sich für mich als Kind gelohnt, denn dadurch hatte ich die Möglichkeit verschiedene Handschriften zu lesen.

Ich bin froh, dass ich diese "Lehre" so ganz nebenbei durch meinem Vater hatte. Das hilft mir heute alte Kirchenbücher lesen zu können, Handschriften zu entziffern, und trotzdem komme auch oft nocht weiter.

Aber dann kann ich Euch ja fragen......
__________________
Freundliche Grüße aus Böhmen von
Michel

(Suche alles zum :
FN Lutoschka und FN Rose in Lettland-Riga, Litauen, Wehlisch/ Russland, Witebsk/ Weißrussland, Berlin - Cottbus Niederlausitz - Wahrenbrück - Hamburg/ Deutschland und Neustettin/ Polen;
FN Neddermeyer in S.Petersburg, Hann.Münden-Bonaforth,
FN Müller, FN Räbiger, FN Oertel aus Reinswalde und Waltersdorf/ Sorau, der ehemeligen Neumark;
FN Balzke aus der Niederlausitz


Geändert von U Michel (07.05.2017 um 21:52 Uhr)
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  #35  
Alt 10.05.2017, 13:27
SteffenHaeuser SteffenHaeuser ist offline
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Hallo!

Ich hatte das erste mal Berührung mit der Ahnenforschung ca. '91 (genau weiss ichs nicht mehr), als ich die Ahnenpässe meiner Großeltern auf der Bühne fand. Einige waren "lesbar", andere weniger. Zuerst ließ ich mir einige Dinge, die ich nicht lesen konnte (ich versuchte den Text allein auf Basis dass die Buchstaben nicht völlig unähnlich unserer heutigen Schrift sind zu "erraten"), zeigte ich meiner Oma, der anderen Linie (die damals noch lebte) und manchmal meiner Mutter (die das noch in der Schule gelernt hatte, aber das nicht mehr so genau lesen konnte). Ich dachte am Anfang noch, das sei einfach ne grausige Handschrift und nicht eine eigene Schriftart ;-)

Später, als dann Kirchenbuch-Lesen dazu kam (damit beschäftige ich mich erst seit ca. 5 Jahren) zeigte sich schnell (Oma war inzwischen nicht mehr am Leben), dass meine Mutter das "wirklich wilde Zeug" nicht lesen konnte. Zum Glück waren die ersten Kirchenbücher, die ich "brauchte", "recht lesbar geschrieben", als Hilfe holte ich mir nun aus dem Internet Buchstabentabellen für Sütterlin und Currentschrift.

Inzwischen machte die Übung den Meister. Ein wichtiger Tip ist hierbei auch, wenn man etwas nicht lesen kann, von dem SELBEN Autor (Pfarrer...) mehr Text zu lesen, womöglich kann man es dann besser lesen. Ein wenig Raten gehört bei mir auch immer dazu. Und Kenntnis der Nachnamen in der Gegend, zu der man forscht (die man u.U. aus Lektüre des Index beziehen kann, oder auch mal per Google-Suche Ortsname + vermuteter Nachname).

Dennoch kann ich inzwischen (viel Übung, wie gesagt!) selbst Dinge wie das erste Kirchenbuch von St. Joachimsthal lesen (okay, bei dem hier gibt es manche Seiten, die ich nur ausschnittsweise lesen kann, aber das ist auch das wildeste, was ich je sah) und derzeit indiziere ich ein Kirchenbuch, das in tschechischer Sprache verfasst ist (eine Sprache, die ich nicht beherrsche, von einzelnen Worten wie "Sohn","Vater","Mutter" abgesehen) und kann das eigentlich flüssig lesen (mit ein paar Ausnahmen ;-) ).

Also wie gesagt - mit einer guten Buchstabentabelle (die auch Buchstaben-Kombinationen einschließt, ganz wichtig!), viel Text von dem Autor, von dem man etwas entziffern will, und viel Geduld und Übung kommt man weit!

Auch Übersetzungshilfen hier im Forum halfen mir, einige "rätselhafte Buchstabenkombinationen" zu "lernen", was diese heissen.

Schreiben kann ich kein einziges Wort in der alten Schrift, nur Lesen.

Ein Buch darüber gelesen oder einen Kurs gemacht oder so was hab ich nie. Und aufgrund meines vermutlich für 'nen Ahnenforscher jungen Alters hab ich das auch nicht in der Schule gelernt, das gabs da schon lange nicht mehr.

Gruß,
Steffen
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  #36  
Alt 10.05.2017, 21:02
Roxane121 Roxane121 ist offline weiblich
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Vielen lieben Dank für Eure zahlreichen Antworten! Das hilft mir wirklich weiter und motiviert mich zugleich, da dran zu bleiben. Und obendrein sind Eure Erfahrungen wirklich interessant, wie zum Beispiel die Tatsache, dass viele von Euch die alten Schriften noch in der Schule gelernt haben. Leider war das bei mir nicht der Fall, auch meine Eltern haben mir diesbezüglich nicht helfen können.

Über weitere Erfahrungen und Tipps freue ich mich! :-)
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  #37  
Alt 10.05.2017, 22:57
Benutzerbild von Tusnelda
Tusnelda Tusnelda ist offline weiblich
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Beiträge: 96
Standard Brause Übungsheft und ein altes Lehrerfräulein

Ich bin Jahrgang 1962 und habe es tatsächlich noch Anfang der 70er in der Schule gelernt mit Brause Übungsheft bei einem alten Fräulein. Heute bin ich froh, dass ich es noch kann
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