#1  
Alt 12.06.2015, 23:39
alphabet alphabet ist offline männlich
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 12.05.2012
Ort: München
Beiträge: 371
Standard Zwei Geburten in einem Jahr?

Liebe Leute,

ein Zweig meiner Familie ist recht verworren und ich entwirre das gerade, indem ich alle Taufen, Trauungen und Begräbniseinträge zu diesem Familiennamen in Tabellen eintrage und ordne.

In einem Fall bin ich stutzig geworden:

Person A und Person B heiraten, bekommen ein Kind und dann wird am
10. Januar 1696 ein Sohn getauft, der den Namen des Bruders des Mannes
erhält. Der Tag der Geburt wurde nicht vermerkt, gehen wir davon aus, dass das Kind um den 3., 4., 5. Januar herum geboren wurde.

Unter dem Taufdatum 13. Dezember 1696 finden wir den Namen des Vaters erneut, diesmal wird eine Tochter geboren. Auch hier kein Geburtstag, vielleicht wurde die Kleine um den 9. Dezember geboren.



Findet ihr das plausibel? Rechnerisch wäre das schon okay, sie hätte ihren Sohn im Januar zur Welt gebracht und wäre dann im März wieder schwanger geworden...aber braucht der Körper nicht auch eine Form der Erholung? Und wie war das noch gleich mit stillenden Müttern, die nicht schwanger werden können? Es gibt übrigens keine andere männliche Person mit diesem Vor- und Nachnamen mehr im Ort. Eine Verwechslung würde ich ausschließen...

Vielen Dank!

Geändert von alphabet (12.06.2015 um 23:40 Uhr)
Mit Zitat antworten
  #2  
Alt 12.06.2015, 23:46
historymouse historymouse ist offline weiblich
Benutzer
 
Registriert seit: 14.01.2015
Beiträge: 99
Standard

Hallo Alphabet!
Es ist nicht nur rechnerisch möglich sondern auch biologisch.
Dass stillende Mütter nicht schwanger werden können ist ein hartnäckiges Gerücht. Kenne selbst mehrere Mütter, die trotz Stillens schwanger wurden. Und eine hat auch in einem Jahr zwei Kinder geboren.
Eine Erholung wäre für den Körper zwar schön, muss aber nicht zwingend eingehalten werden.
LG
Mit Zitat antworten
  #3  
Alt 12.06.2015, 23:47
schoschl schoschl ist offline männlich
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 19.05.2011
Ort: Traunstein
Beiträge: 116
Standard

Hallo
Du hast geschrieben
"Unter dem Taufdatum 13. Dezember 1696 finden wir den Namen des Vaters erneut, diesmal wird eine Tochter geboren. Auch hier kein Geburtstag, vielleicht wurde die Kleine um den 9. Dezember geboren."

Und ist auch die Mutter dieselbe???
__________________
Bin auf der suche nach den Namen
Heinrichsberger, Hassfürther, Klaus, Nierbauer, Oeffner,
Sailer, Wolfsberger
Mit Zitat antworten
  #4  
Alt 12.06.2015, 23:57
Benutzerbild von scheuck
scheuck scheuck ist offline weiblich
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 23.10.2011
Beiträge: 3.488
Standard Zwei Geburten ...

Zitat:
Zitat von alphabet Beitrag anzeigen
Liebe Leute,

.... bekommen ein Kind und dann wird am 10. Januar 1696 ein Sohn getauft, .... gehen wir davon aus, dass das Kind um den 3., 4., 5. Januar herum geboren wurde.

Vielen Dank!
Hallo, alphabet!

Ja, auch "praktisch" ist es möglich, innerhalb von 4-6 Wochen nach einer Geburt wieder schwanger zu werden; aber ...
Man muss ja nicht zwingend davon ausgehen, dass das am 10.01. getaufte Kind auch wirklich ein paar Tage vorher geboren wurde. Vielleicht war die Geburt ein paar Wochen früher, und die Taufe erst am 10.01., weil das Kind "schwächlich" war? Natürlich kann es auch sein, dass es der Mutter nicht gut genug ging für eine Taufe. - Ein rein theoretischer Gedanke, wäre aber doch möglich, oder?
__________________
Herzliche Grüße,
Scheuck
Mit Zitat antworten
  #5  
Alt 12.06.2015, 23:59
alphabet alphabet ist offline männlich
Erfahrener Benutzer
Themenstarter
 
Registriert seit: 12.05.2012
Ort: München
Beiträge: 371
Standard

Die Mutter wurde im Taufeintrag nicht genannt, ich kenne ihren Namen allerdings aus dem Traueintrag und aus ihrem Sterbeeintrag. Sie bleibt durchgängig mit ihm verheiratet, bis zu ihrem Tode. Wäre die Tochter das Produkt eines Seitensprunges, hätte der Pfarrer das vermerkt. Das tat er nämlich an anderer Stelle.

@ Scheuck: Wenn das Kind schwächlich gewesen wäre, hätte man nicht ein paar Wochen gewartet. Ziel war ja gerade, dass kein Kind ungetauft stirbt. Außerdem war es in der Gemeinde durchgängig üblich, Kinder im Alter zwischen 8 und 1 Tag zu taufen. Das sieht man, wenn der Pfarrer wechselt und einer dabei ist, der auch die Geburtstage mit in den Eintrag schrieb.

Geändert von alphabet (13.06.2015 um 00:01 Uhr)
Mit Zitat antworten
  #6  
Alt 13.06.2015, 00:15
Anna Sara Weingart Anna Sara Weingart ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 23.10.2012
Ort: Berlin
Beiträge: 7.592
Standard

Hallo alphabet,

alles im Rahmen bei Dir; Du brauchst nicht unbedingt zu zweifeln.

Endgültige Bestätigung bringen Dir eventuell zusätzliche Ehe- und Sterbeeinträge der beiden Kinder.

Gruss

Geändert von Anna Sara Weingart (13.06.2015 um 00:23 Uhr)
Mit Zitat antworten
  #7  
Alt 13.06.2015, 00:22
Benutzerbild von Svenja
Svenja Svenja ist offline weiblich
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 07.01.2007
Ort: Kanton Luzern, Schweiz
Beiträge: 2.768
Standard

Hallo

Ich hab in meiner nächsten Familie einen Fall, da wurde ein Sohn anfangs Januar geboren und ein zweiter Sohn um den 20. November im selben Jahr, es geht also auch noch näher zusammen.

Im übrigen, wenn ein Kind schwächlich war wurde sicher nicht mit der Taufe gewartet, dann gab es eine Nottaufe, die sogar die Hebamme durchführen durfte. Die meisten Kinder wurden einen Tag nach der Geburt getauft und wenn die Mutter zu schwach war, dann war sie bei der Taufe eben nicht dabei.

Gruss
Svenja
__________________
Meine Website über meine Vorfahren inkl. Linkliste: http://iten-genealogie.jimdo.com/

Interessengemeinschaft Oberbayern http://forum.ahnenforschung.net/group.php?groupid=38

Interessengemeinschat Unterfranken http://forum.ahnenforschung.net/group.php?groupid=37

Interessengemeinschaft Sudetendeutsche http://forum.ahnenforschung.net/group.php?groupid=73
Mit Zitat antworten
  #8  
Alt 13.06.2015, 08:01
Benutzerbild von Ysabell
Ysabell Ysabell ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 23.09.2008
Beiträge: 173
Standard

Das ist absolut möglich, Auch ich kenne zwei Schwestern die innerhalb des gleichen Jahres geboren wurden (Januar/ Dezember). Oft ist es zwar tatsächlich so dass die Fruchtbarkeit nach der Geburt durch das stillen erstmal eingeschränkt ist, aber bei weitem nicht immer und auch nicht die gesamte Stillzeit durch, das ist ein hartnäckiges Ammenmärchen.
Wenn du sonst keinen Anlass zum zweifel hast würde ich die Geburt so durchgehen lassen. Ich hatte einmal den Fall dass eine Geburt nur gute 6 Monate auseinander lag und beide Kinder überlebt haben sollen. Das klärte sich dann aber später auf, denn das zweite Kind stammte von der ledigen Schwester und wurde adoptiert und der Pfarrer hat bereits vor der Adoption die "neuen" Eltern eingetragen.
Mit Zitat antworten
  #9  
Alt 13.06.2015, 09:27
Benutzerbild von GiselaR
GiselaR GiselaR ist offline weiblich
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 13.09.2006
Ort: Baden-Württemberg
Beiträge: 1.014
Standard

Zitat:
Zitat von scheuck Beitrag anzeigen
.... Vielleicht war die Geburt ein paar Wochen früher, und die Taufe erst am 10.01., weil das Kind "schwächlich" war? Natürlich kann es auch sein, dass es der Mutter nicht gut genug ging für eine Taufe. ...
Hallo Scheuck und die anderen,
wir sind im Jahr 1696, schwächelnde Kinder wurden im Zweifel eher früher als später getauft, damit sie in den Himmel kamen, falls sie starben. Zur Not konnte die Hebamme sogar eine Nottaufe vornehmen, wenn der Pfarrer nicht rechtzeitig für eine Haustaufe ankam. In bisher keinem KB habe ich gefunden, daß der Zustand der Mutter eine Rolle spielte. (bin allerdings nur evangelisch unterwegs)
Jedenfalls stand insgesamt der Glaube an ein Weiterleben im Himmel und die Zugangsbeschränkung (nur getaufte durften rein) an allererster Stelle.

Deshalb - und aus den genannten biologischen Gründen - schließe ich mich der Mehrheitsmeinung an.
viele Grüße
Gisela
__________________
Ruths, Gillmann, Lincke,Trommershausen, Gruner, Flinspach, Lagemann, Zölcke, Hartz, Bever, Weth, Lichtenberger, von der Heyden, Wernborner, Machwirth, von Campen/Poggenhagen, Prüschenk von Lindenhofen, Reiß von Eisenberg, Möser, Hiltebrandt, Richshoffer, Unger, Tenner, von Watzdorf, von Sternenfels
Mit Zitat antworten
  #10  
Alt 13.06.2015, 10:41
Benutzerbild von scheuck
scheuck scheuck ist offline weiblich
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 23.10.2011
Beiträge: 3.488
Standard

Hallo, Ihr!

Sorry, ich habe mich falsch ausgedrückt; dass es Not-Taufen gibt, die eher gestern als morgen vor sich gehen müssen, weiß ich auch. - Ich denke eher an einen "Umstand", der dazu geführt haben könnte, dass eine Taufe später stattgefunden hat.
Mein Vater wurde Anfang Dezember geboren und am 03.03. getauft (wobei mir der Grund dafür nicht bekannt ist) ...
__________________
Herzliche Grüße,
Scheuck
Mit Zitat antworten
Antwort

Lesezeichen

Themen-Optionen Thema durchsuchen
Thema durchsuchen:

Erweiterte Suche
Ansicht

Forumregeln
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.

BB-Code ist an.
Smileys sind an.
[IMG] Code ist an.
HTML-Code ist aus.

Gehe zu

Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 03:38 Uhr.