#1  
Alt 02.06.2016, 14:55
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Gellern Gellern ist offline männlich
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Guten Tag,
ich habe seit kurzem Zugang zu einem Buch, in dem ein Walter v. Geldern-Crispendorf 1919 Forschungsergebnisse über unsere, anfänglich gemeinsam verlaufende Familiengeschichte veröffentlicht hat. Darin fanden sich zwei Abbildungen eines Familienwappen.





Das erste Foto ist der Grabstein eines 1699 verstorbenen Pastors, das zweite Foto zeigt ein Wappen, das später daraus abgeleitet wurde. Beide Abbildungen stammen aus dem Buch und sind leider s/w.




Die Erwähnung, daß der Kleriker statt eines Flügels als Helmschmuck, ein "Lamm Gottes" oder Agnus Dei verwendet hat, fand ich so sympathisch, daß ich heute Nacht mal den Pinsel gequält habe, um das hypothetische Wappen mal zu rekonstruieren:



Dietrich von Geldern war übrigens der Ururenkel unseres gemeinsamen Vorfahren Arendt (oder) Ebeling von Gellern.
Bei der Farbgebung habe ich mich von dem Wappen leiten lassen, das mein Vater mal in Auftrag gegeben hat.
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Geändert von Gellern (02.06.2016 um 15:07 Uhr)
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  #2  
Alt 02.06.2016, 17:18
assi.d assi.d ist offline weiblich
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...das Lämmchen ist goldig.... fast wie Shaun das Schaf




Assi
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  #3  
Alt 02.06.2016, 17:49
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Hracholusky Hracholusky ist offline männlich
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Die Zeichnung an sich finde ich recht gelungen. Das Silber im unteren Teil des geteilten Schildes würde ich auch als solches zeichnen, eben silber/weiß.
Bei der Helmdecke sieht es etwas verwirrend aus. Da sollte Außen die Farbe (Blau) und Innen das Metall (Silber/Weiß) zu sehen sein und es muss nachvollziehbar sein dass das ganze aus einem Stück besteht.
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Beste Grüsse
Gerd
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  #4  
Alt 02.06.2016, 18:48
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Zitat:
Zitat von Hracholusky Beitrag anzeigen
Die Zeichnung an sich finde ich recht gelungen. Das Silber im unteren Teil des geteilten Schildes würde ich auch als solches zeichnen, eben silber/weiß.
Bei der Helmdecke sieht es etwas verwirrend aus. Da sollte Außen die Farbe (Blau) und Innen das Metall (Silber/Weiß) zu sehen sein und es muss nachvollziehbar sein dass das ganze aus einem Stück besteht.
Ehrlich gesagt wußte ich bis vor zwei Stunden noch nicht, was eine Helmdecke ist und das sie zweiseitig ist. Deshalb habe ich mich etwas mehr am Original orientiert und jetzt mal alle Farbverläufe von silber nach blau übermalt und (fast) alles flächig gestaltet. Den besten Erfolg, möglichst glänzendes Silber zu erzeugen, habe ich übrigens mit banaler Schul-Deckfarbe erreicht. (sonst alles Acryl, weils schneller trocknet)
Jetzt sieht es auf jeden Fall aufgeräumter aus.



Zitat:
Zitat von assi.d Beitrag anzeigen
...das Lämmchen ist goldig.... fast wie Shaun das Schaf



Assi
Mein Bruder sagte, das Wappen sähe jetzt belämmert aus. Ich fand es eher voll Schaf. Bei Lamm und Raubvogel hatte ich dagegen eine andere Assoziation, als Shaun das Schaf.
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  #5  
Alt 02.06.2016, 20:21
Anna Sara Weingart Anna Sara Weingart ist offline
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Hallo Rainer,
die Helmdecke eines Wappens symbolisierte ursprünglich einer Umhängedecke (die man sich über die Schultern hängte). Umhängedecken hatten eine eher farblose Innenseite, während das äußere meist eine deutliche (bunte) Farbe hatte.
So muss es dann auch im Wappen sein, d.h. zum Beispiel das Innere der Helmdecke in grau und die Außenseite in rot. Dies würde auch erklären, warum in der Schwarz-Weiß-Abbildung Deines Wappens die Außenseite heller ist.

Viele Grüsse
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  #6  
Alt 02.06.2016, 20:45
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Billet Billet ist offline männlich
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Die "Helmdecke",
etwas vereinfacht geschildert :

Der gerüstete Ritter hatte , bedingt durch die enorme Hitze-Aufladung bei Sonneneinwirkung der metallenen Teile seiner Rüstung, den Versuch unternommen,
diesen Hitze-Stau durch einen Überwurf - Tuch-Abdeckung zu mildern.
Ähnlich dem "Burnus" in arabischen Ländern.

Diese Tuch-Abdeckung, meist gehalten in den Haus-Farben des Ritters, wurde teilweise etwas eingerissen (gesplisst) um dann die dadurch entstehenden "Enden" an der Schulter- oder anderen Rüstungsteilen -, zu befestigen um beim "scharfen Ritt" ein nach vorne schlagen des Tuches, vor die Sichtfläche des Helms, zu verhindern .
Auf dem Helm selbst wurde diese "Helmdecke", mittels Stoffwindungen aus der Helmdecke, einer Tuchdrehung- oder Windung (= Wulst) festgehalten.
Nun hat sich in der heraldischen Zeichnung
diese Darstellung verfestigt:
Die Helmdecke wird im Windungs-Verlauf gezeigt, wobei die Wappen-Farben (Haus-Farben des Ritters) so angelegt sind, daß die Grundfarbe aussenseitig am Tuch angelegt ist und eine Metall-Farbe auf der Innenseite.
Der Helm-Wulst besteht aus gedrehten Stoff-Teilen der Helmdecke, also werden so immer die Decken-Farben wechselseitig gezeigt.

So in ungefähr darf man sich dies vorstellen
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  #7  
Alt 02.06.2016, 20:51
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Genau daher hatte ich meine Informationen. Danke.
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  #8  
Alt 03.06.2016, 11:12
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"Dietrich von Geldern war übrigens der Ururenkel unseres gemeinsamen Vorfahren ... "

... dazu übrigens ,
zur Schreibweise "Geldern" findet sich in der Sammlung Siebmacher
ein Wappen mit der Darstellung einer "Himmelsleiter"
http://www.wappenbuch.com/imagesC/C181.jpg

... und bei den Wappenschildern des Danziger Patriziats
findet sich dies unter der Schreibweise "Gellern" :

Auf dem Schilde, im Felde von unbekannter Farbe ein steigender nach rechts gewendeter Löwe mit Doppelschweif nach oben, in seiner rechten Pranke ein mit der Schneide schrägrechts nach oben gerichtetes Schwert haltend. Ms Kleinod, auf dem bewulsteten Helm die Hälfte eines Löwen mit Doppelschweif, der in seiner rechten Pranke ein mit der Schneide schrägrechts nach oben gerichtetes Schwert hält. Helmdecken. Alles von unbekannter Farbe.


Ohne Ahnenforschung läßt sich hier trefflich spekulieren,
alleine schon über die exakte Schreibweise des Familien-Namen.

Hier klinke ich mich besser aus. :lol
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  #9  
Alt 04.06.2016, 13:07
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Duppauer Duppauer ist offline
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Hallo Herr Gellern,

ich muß mich hier der Meinung von Herrn Billet anschließen !
Wie kam es denn eigentlich zu der Namenswandlung von Geldern zu Gellern?

Kneschke beschreibt in seinem Werk für Geldern im Wappenschild einen Adler, keinen Schwan, wie in o.g. Artikel des Walter von Geldern in Klammern gesetzt.
Und so sehe ich es auch, es ist ein Adler!
http://digital.ub.uni-duesseldorf.de...?query=geldern

Zu Gellern auch im Kneschke gefunden, allerdings ohne Wappenbeschreibung.
Ob Sie mit dieser Familie verwandt sind kann ich natürlich nicht sagen, das müssen Sie durch eigene Ahnenforschug herausfinden.
http://digital.ub.uni-duesseldorf.de...?query=gellern

Verzeihen Sie mir, aber Ihre Fragestellung ist mir unklar.
Wissen Sie wie Ihr Familienwappen aussieht, wenn ja welches ist es, oder suchen Sie danach?
Tragen Sie heute noch das "von" im Namen?
Zu Gellern gibt es eine Unzahl an Quellenhinweisen nur falle es Sie interessiert.

MfG
Duppauer

Geändert von Duppauer (04.06.2016 um 13:11 Uhr)
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  #10  
Alt 04.06.2016, 18:15
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Besten Dank für die beiden Links. Der erste, mit der genauen Beschreibung des Wappens war mir neu. Bei diesem Wappen handelt es sich um das Wappen der Familie von Geldern-Crispendorf, das sie noch heute verwenden.

Und weiterentwickelt hat es sich aus dem Wappen, dessen steinernes "Monument" von 1699, der Grabstein Dietrich von Gelderns, eines Pastors in Barum (daher das Christus-Lamm) oben abgebildet ist.
Dietrich von Geldern (Hier IV.1.) war der Ururenkel eines gemeinsamen Ahnherrens aus dem frühen 16ten Jahrhunderts. Während sein Zweig vom ältesten Sohn Jürgen abstammte, lassen sich unsere Vorfahren bis zu seinem jüngeren Bruder Hans zurückverfolgen. Ab 1767 wurde das Wappen der "mitteldeutschen" von Gelderns dann mit einem Flügel und gekreuztem Speer versehen.

Der Zweig unserer Familie Gellern schrieb sich mal mit, mal ohne "von" und legte diese Herkunftsbezeichnung endgültig nach 1800 ab, vermutlich nachdem die westpreußischen von Gellerns mit der Erneuerung des Titels (zweiter Link von Ihnen) gescheitert sind. Die Verwandschaft mit diesen westpreußischen von Gellern aus dem Marienburger Werder und uns, ist bislang ungeklärt.

Zur Schreibweise: zunächst existierten beide Schreibweisen mit "ll" und "ld" parallel, teilten sich dann aber geografisch in die bei Celle verbleibenden Gellerns und die nach Ostdeutschland verzogenen von Gelderns. Hier noch ein Foto des Hauses, von Hans älterem Bruder Jürgen, der bereits um 1550 vom "Dorf" Wohlenrode nach Braunschweig zog.


PS: Es gab vor etwa zehn Jahren mal telefonisch Kontakt zu einer in Hildesheim lebenden Familie Gellern. Diese Familie war im Krieg aus Westpreußen gekommen, konnte aber nicht sagen, wann ihre Vorfahren dorthin abgesiedelt sind. Wir tippen auf eine Zeit um 1750, in denen auch unser Ahnherr Peter von Gellern, ebenfalls aus der Gegend von Celle nach Minden gegangen ist. Seit seiner Zeit ist alles hier dokumentiert.

PPS: ich glaube übrigens nicht daran, daß die Familie Gellern je ein eigenes Wappen besessen hat. Das Wappen, das ich da gefunden, bzw. konstruiert habe, ordne ich der Familie Geldern zu. Mein alter Herr hat sich das etwa 1996 von einem Heraldiker heraussuchen lassen und einverleibt. Für mich ist es nach wie vor das Wappen der Familie von Geldern-Crispendorf. Obwohl ich schon der Überzeugung bin, daß Pastor Dietrich von Geldern (der mit dem Grabstein) und sein Großcousin Jürgen (quasi Jürgen II.) von Gellern Mitte des 17ten Jahrhunderts noch Kontakt zueinander hattten. Ich bin hier leider gerade auf der Arbeit und kann das nicht nachlesen...
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Geändert von Xtine (05.06.2016 um 17:15 Uhr) Grund: Zitat entfernt
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